Tapas – Mit Yoga das innere Feuer entfachen

“A worthy aim makes life illumined, pure and divine. Without such an aim, action and prayer have no value. Life without tapas is like a heart without love.” – BKS Iyengar

Wer kennt es nicht: Man nimmt sich etwas Neues vor und nach einer Weile schleichen sich alte Gewohnheiten ein und der Fokus verliert sich auf dem Weg.
Anstatt beispielsweise auf die Yogamatte zu hüpfen oder eine Runde spazieren zu gehen, siegt der innere Schweinehund. Und das vielleicht öfter, als einem so lieb wäre.

Tapas

Wie wir dies genau Überwinden und in Handlung kommen können, zeigt uns das yogische Prinzip „Tapas“.
In der Yogaphilosophie ist Tapas das dritte Niyama von Patanjali’s Yoga Sutras:

Es beschreibt das Aktivieren und Hüten von Selbstdisziplin – auf eine Art und Weise, die nicht hart mit sich im Umgang sein muss, sondern in der wir eingeladen sind fließen üben zu dürfen. Wir widmen uns bei diesem Niyama (meint, die Ethik im persönlichen Lebensstil) dem Entzünden einer inneren Flamme. Diese Flamme steht sinnbildlich für die innere Kraft, die wir nutzen dürfen, um Herausforderungen auf unserem Weg zu verbrennen. Die Yoga Sutras beschreiben es so, dass wir mit Übung von Tapas, mentale Dysbalancen auslöschen und Meisterschaft über unseren Körper, Geist und unsere Sinne erreichen können.

In unserem derzeitigen Jahrhundert hat möglicherweise nicht mehr jede Person unmittelbar und nur das Ziel über Yoga, Einheit mit dem Universum zu erlangen, wie die Yogis aus Patanjali’s Zeit (vor ca. 1600 Jahren) es anstrebten. Manche mögen dieses Ziel in das Zentrum ihrer Praxis legen, andere haben vielleicht daneben auch andere Gründe, die sie regelmäßig auf die Matte rufen: Um innere Ruhe herzustellen, um Stress zu reduzieren, um mit physischen Schmerzen oder Verletzungen in Heilungsprozesse zu gehen oder auch um sich mental stärker und flexibler einzustellen.

Was auch immer die persönliche Zielkombination sein mag: Wenn wir das Prinzip von Tapas mit in unsere Yogapraxis aufnehmen, kann Yoga ein kraftvolles Tool für Transformation werden.

Tapas in der Āsana-Praxis

Durch das allgemein sehr Feuer lastig beschriebene Bild von Tapas, kann es möglicherweise unmittelbar Bilder von einer maximal anstrengenden Asana-Praxis hervorrufen: Mit seeeehr langem Halten intensiver Positionen, ausgefallenen Umkehrhaltungen und brezelförmigen Verrenkungen.

Hier empfinde ich es als essenziell darauf hinzuweisen, dass Tapas dies nicht direkt meint. Aus meinem Verständnis heraus, kann es problematisch werden, sobald wir Disziplin direkt mit einem hohen Schwierigkeitsgrad gleichsetzen. Mit dieser Idee landen wir früher oder später in der Falle, dass wir zu glauben beginnen, spirituelle Meisterschaft oder Fortschritt meint physische Kraft. Das würde der eigentlichen Intention von Yoga nicht gerecht werden.

Es kann sein, dass Tapas auch mal eine super schwitzige Vinyasa-Praxis bedeuten kann. Grundsätzlich geht es hier aber einzig und allein darum, mithilfe eines innerlich entzündeten Feuers von Motivation überhaupt erst mal auf die Matte geführt zu werden, um uns dort überraschen zu lassen, in welche (Selbst-)Erkenntnisse und lebendig wahrgenommenen Momente uns Yoga an diesem Tag führen mag. Und das können genauso wie intensive Vinyasa-Praktiken, auch restorative Yogastile sein.

Tapas kann also in unserer heutigen modernen Zeit so verstanden werden, die Willenskraft hin zur Entscheidung weg vom Fernseher und hin zur Yogamatte oder zu unserem Meditationskissen zu treffen. Dieses Prinzip umschreibt dabei auch den Fokus, den es braucht, um in unserem Atem zentriert zu bleiben und mit dem sein zu lernen, was aufkommt, wenn wir ein paar Minuten in den verschiedenen Asanas verweilen.

Patanjali’s Yogasūtra

Wichtig dabei ist, den von Patanjali definierten achtgliedrigen Pfad des Yoga in seinen Prinzipien auch in Kombination zu betrachten. So halte ich gerade die Kombination von Tapas (innerem Antrieb) und Ahimsa (Gewaltfreiheit) für bedeutsam. Die Grundidee von Tapas könnte auf den ersten Blick in einen sehr harten Umgang mit sich zu verfallen, der mit Drangsalierung und auch (Selbst-)Verurteilung einhergehen könnte. Auch birgt dies große Gefahren für Verletzungen, da es uns dazu hinreißen könnte, unsere wunderschönen, natürlichen und ganz individuellen Grenzen in der Praxis gewaltvoll zu überschreiten. Die Kombination von Tapas und Ahimsa wiederum lädt uns als Praktizierende dazu ein, eine freundliche, bedachte und mitfühlende Herangehensweise im Yog mit uns zu praktizieren: Uns genau darin auf der Matte und unserem Weg zu ihr zu üben.

Das Spannende ist also, mit dem Feuer spielerisch umzugehen und dabei für unseren Alltag zu praktizieren, wie wir die innere Flamme nicht so hoch schüren, dass wir uns gar an ihr verbrennen (Burn Out) und sie auch nicht so niedrig zu halten, dass wir gar nicht erst in die Gänge kommen.

Santosha

Hier kann das zweite Niyama eine wunderschöne gedankliche Ergänzung sein: Santosha (Zufriedenheit). Dieses Prinzip weist darauf hin, dass wir auf dem Weg zu unserem Ziel, gleichermaßen auch jederzeit verdienen im jetzigen Moment Glück zu empfinden und für das dankbar sein dürfen, was gerade ist – gleich wie imperfekt es in unseren Augen sein mag.

Wenn wir also Tapas in gedanklicher Verbindung mit seinen Brüdern und Schwestern der Niyamas für uns explorieren, haben wir die Möglichkeit zu erfahren, wie wir unsere Bemühungen, ein Ziel zu erreichen, stets mit Mitgefühl, Disziplin und Wohlwollen besprenkeln können.

Wir dürfen folglich auf ein Ziel hinarbeiten, während wir entlang des Weges dorthin die Augen offen halten für all die Schönheit, Lehren und Geschenke, die uns erwarten mögen.
In diesem Sinne wünsch ich, ein frohes, spielerisches Üben und Selbsterfahren!

Alles Liebe, Nina

P.S.: Ich freue mich, dich auf meinem Instagram Account begrüßen zu dürfen: https://www.instagram.com/flowwithnature_nina_/

 

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