Yogaübungen für einen gesunden Lymphfluss

Das Lymphsystem ist ein langsam fließendes, aber komplexes Drainagenetzwerk von Gefäßen und Organen, zu dem die Mandeln, die Thymusdrüse und Milz gehören.

 

Es ist wie ein „Schutzengel“ des Körpers, welches daran arbeitet, deinen Körper und Immunsystem ständig zu reinigen.

 

Kleine, bohnenförmige Lymphknoten – weiche Knötchen, die normalerweise nicht sichtbar oder leicht zu spüren sind – befinden sich in regelmäßigen Abständen entlang der Lymphgefäße und Lymphbahnen.

 

Sie helfen, Infektionen vorzubeugen, indem sie Fremdkörper wie Bakterien und Krebszellen herausfiltern und Giftstoffe und Keime zerstören. Klare Lymphflüssigkeit wird entlang des Lymphgefäßnetzwerks entweder durch Kontraktionen der Lymphpassagen selbst oder durch äußere Gewebekräfte wie Muskelkontraktionen bewegt.

 

Da das Lymphsystem keine Pumpe hat, ist es auf Änderungen in der Haltung angewiesen, um den Fluss der Lymphflüssigkeit aufrechtzuerhalten.

Wenn Kinder auf dem Bett auf und ab hüpfen, wissen sie es nicht, aber sie aktivieren ihr Lymphsystem. Da wir als Erwachsene selten herumhüpfen und sich dazu noch das Lymphsystem altersbedingt verlangsamt, sind Stauungen im Lymphsystem bei Erwachsenen wesentlich häufiger als bei Kindern.

 

Lymphgefäße befinden sich im gesamten Körper, vor allem im Hals- und Achselbereich, in der Nähe des Schlüsselbeins und auch in der Bauch- und Leistengegend.

 

Wie kann Yoga helfen?

Yoga-Haltungen sind eine Kombination aus Bewegung und Atem in einer bestimmten Ausrichtung. Durch diese bewussten Bewegungen wird das Lymphsystem indirekt durch die Muskelkontraktionen bewegt; zudem befinden wir uns z.B. in Umkehrhaltungen in einer Position entgegengesetzt unserem normalen „Kopf oben, Füße unten“ und dadurch wirkt die Schwerkraft in unterschiedlicher Weise auf den Körper und auf Lymphsystem. Eine spannende Studie zur Wirksamkeit von Yoga bei Lymphödemen ist hier veröffentlicht: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4278136/

Stehhaltungen

Stehhaltungen stärken den gesamten Körper und sind das Fundament einer jeden Yoga-Asana-Praxis. Das Üben von Stehhaltungen (z.B. Utthita Trikonasana, Virabhadrasana I-III,…) öffnet den Brust- und Leistenbereich und unterstützt hier den natürlichen Lymphfluss.
Alle Stehhaltungen haben einen positiven Effekt auf die Zirkulation der Lymphflüssigkeit und insbesondere das Hinein- und Herausspringen aus den Haltungen stimuliert das gesamte System.

Sitzende Haltungen

Sitzhaltungen halten die Wirbelsäule gesund, kräftigen den Rücken und fördern die Gesundheit der inneren Organe (z.B. Dandasana). Insbesondere sitzende Drehungen (z.B. Ardha Matsyendrasana) regen die Entgiftung des Körpers an und unterstützen so die Tätigkeit des Lymphsystems. Durch Drehhaltungen werden die inneren Organe behutsam „ausgewrungen“, was einen Lymphstau vorbeugt und insbesondere nach langem unbewegtem Sitzen gut tut. Wenn wir aus einer Drehhaltung herauskommen und sich die Muskulatur entspannt, kann frisches Blut und Lymphe in diesen Bereich fließen und optimal mit Nährstoffen versorgen.

Rückbeugen

Rückbeugen regen generell das Herzchakra an, welches mit der Thymusdrüse und dem Lymphsystem „verlinkt“ ist. Wenn wir Rückbeugen praktizieren (z.B. Bhujangasana, Ustrasana) schaffen wir Raum im Brustbereich, was besonders gesund für alle ist, die BH’s tragen und dadurch der Lymphfluss stocken kann.

Vorwärtsbeugen

Vorwärtsbeugen beruhigen Körper und Geist. Haltungen, in denen wir uns nach vorne neigen, wirken entspannend, regulieren den Blutdruck und helfen, aus dem immer währenden Gedankenkarussell auszusteigen.
Vorwärtsbeugen können abends schön mit einer Unterstützung unter der Stirn geübt werden, z.B. in Paschimottanasana einige Blöcke und eine Decke zwischen Beine und Stirn legen. Dies hilft, dass man länger in der Haltung verweilen kann ohne Nackenbeschwerden zu bekommen und der Körper kann sich voll und ganz auf die Entspannung einlassen.
Vorwärtsbeugen wirken meiner Erfahrung nach nicht direkt auf das Lymphsystem, haben jedoch durch ihre allgemein beruhigende Wirkung auf das Herz-Kreislaufsystem durchaus auch in einer Yogapraxis, die speziell das Lymphsystem beeinflussen soll, ihre Berechtigung.

Umkehrhaltungen

Umkehrhaltungen (z.B. Sarvangasana, Sirsasana) erhöhen unser Energielevel, und beruhigen gleichzeitig das Nervensystem. Generell wirken Umkehrhaltungen positiv auf das Immunsystem und stellen den Körper im wahrsten Sinne des Wortes „auf den Kopf“, was Lymphstauungen im Becken und den Beinen lindern kann. Insbesondere gestützte Umkehrhaltungen, wie z.B. Viparita Karani, sind abends vor dem zu Bett gehen sehr zu empfehlen, um Schwellungen in den Beinen zu lindern.

Haltungen in Rückenlage
Alle Haltungen, in denen wir auf dem Rücken liegen, sind restorative Haltungen. Sie entspannen den Körper, unsere Gedanken und unser Nervensystem. Insbesondere Savasana, die häufigste Haltung der Endentspannung im Yoga, hilft Anspannung im ganzen Körper abzubauen, inklusive der inneren Organe und des Geistes. Ähnlich wie im Schlaf kann sich hier auch das Lymphsystem regenerieren.

Pranayama

Prana ist die Lebensenergie, die uns alle umgibt und auf der alles Leben basiert. Es ist die Kraft, die uns am Leben hält und die durch die feinstoffliche Kanäle (Nadis) in unserem Körper fließt. Jedoch wenn diese Kanäle blockiert sind, fühlen wir uns gestresst und die Energie kann nicht mehr fließen und Krankheiten können entstehen.
Pranayama (Atemübungen) ist wie eine Energie-Dusche für Körper und Geist und gleicht die aktive und passive Energie im Körper aus (Ida und Pingala).
Um das Lymphsystem zu beeinflussen, eignen sich besonders gut Bhramari (Bienenatmung, hilft bei Lymphschwellungen im Kopf- und Kehlbereich), Kapalabhati (Feueratem, regt das gesamte Lymphsystem an) und Nadi Shodana (Wechselatmung, besonders gut abends geübt, zum Ausgleichen).

 

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Namasté

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